ChatGPT Dots: Always-on-Agent für Enterprise ab 18.11.

6 Min. Lesezeit Nicolas Goldstrass

// kurz gesagt

OpenAI hat Dots für berechtigte Workspaces in ChatGPT Enterprise, Edu und Healthcare freigegeben. Bis zum 18. November läuft eine kostenlose Admin-Vorschau, danach haben Mitglieder standardmäßig Zugriff, sofern der Workspace nicht widerspricht. Am selben Tag beginnt die Abrechnung aktivierter Dots. Wer so einen Workspace verwaltet, sollte Zugriff, Rechte und Nutzungsregeln vorher festlegen.

Was passiert ist

Am 4. November 2026 hat OpenAI in seinen Neuerungen gemeldet, dass berechtigte Workspaces in ChatGPT Enterprise, Edu und Healthcare Dots aktivieren können. Die Produktdokumentation führt Dots dort als allgemein verfügbar. Ausgenommen sind Workspaces mit Daten- oder Inferenz-Residency in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Für alle anderen zählt der 18. November. Der Admin-Leitfaden beschreibt zwei Phasen (Stand: November 2026):

Admin-Vorschau bis 18. NovemberAb 18. November 2026
ZugriffAdmins schalten ausgewählte Rollen freiMitglieder haben standardmäßig Zugriff, außer der Workspace widerspricht
KostenKostenlosAbrechnung aktivierter Dots beginnt
Eigener DotJedes Mitglied entscheidet selbstJedes Mitglied entscheidet selbst

Die Kosten sind der Punkt, den du nicht übersehen solltest. Berechtigte Enterprise-Workspaces wählen laut Leitfaden zwischen einer Pauschale nach Art der Arbeit und einer verbrauchsabhängigen Abrechnung. Aufgaben, die ein Dot an Work- oder Codex-Threads abgibt, werden separat zu den Standardtarifen berechnet. Einen konkreten Betrag nennt der Leitfaden nicht, darum steht hier keiner.

Was kann der ChatGPT KI-Agent im Workspace?

Ein Dot ist ein immer aktiver Agent, der in der Cloud mit eigenem Computer und Browser läuft. Er arbeitet weiter, wenn dein Gerät aus ist, meldet Ergebnisse zurück und fragt nach, wenn eine Entscheidung ansteht. Er kann Hintergrund-Agenten parallel einsetzen und Plugins mit deinen bestehenden Berechtigungen nutzen. Erreichbar ist er laut OpenAI in ChatGPT auf Web, Mobil und Desktop sowie in Slack und Microsoft Teams. Wenn dir der Begriff noch fremd ist: Hier steht, was ein KI-Agent ist.

Der Unterschied zu einem Chat ist, dass ein Dot ohne deine Eingabe weiterarbeitet. Deshalb sind diese Grenzen wichtig:

  • Automatische Prüfung: Aktionen, die Konten oder geteilte Informationen betreffen, laufen vorab durch einen Check. Danach führt der Dot sie aus, holt deine Freigabe ein oder gibt den Schritt an dich zurück.
  • Entwurf ist keine Sendeerlaubnis: Wenn du Antworten entwerfen lässt, darf der Dot sie deshalb nicht verschicken.
  • Custom Rules sind keine harte Sperre: Der Dot soll diesen Regeln folgen, kann sie laut OpenAI aber falsch umsetzen. Sie ersetzen keine App-Berechtigungen.
  • Pause stoppt nicht alles: Pause beendet nur die aktuelle Hauptaufgabe. Delegierte Aufgaben und geplante Läufe stoppst du getrennt. Abgeschlossene Aktionen macht das nicht rückgängig.

Wie lassen sich ChatGPT Dots deaktivieren?

Der Schalter sitzt laut Admin-Leitfaden unter Admin Console > Permissions > Workspace default > Workspace capabilities und heißt „Use dots“. Eine eigene Schritt-für-Schritt-Anleitung fürs Opt-out enthält der Leitfaden nicht. Prüfe deshalb vor dem Stichtag in deiner Konsole, ob dein Workspace wirklich als abgelehnt gilt, und frag im Zweifel deinen OpenAI-Kontakt.

Wichtig sind außerdem diese drei Punkte aus dem Leitfaden:

  • Rollen: Gewährt eine Rolle den Zugriff, bleibt er bestehen, auch wenn eine andere Rolle ihn entzieht. Prüfe also alle Rollen einer Person.
  • Pausieren: Pausiert ein Admin einen Dot, kann das Mitglied ihn nicht fortsetzen. Während der Pause fällt keine Abrechnung an.
  • Löschen: Der Kontext des Dots ist danach weg. Dateien, Codex-Threads und ChatGPT-Unterhaltungen bleiben erhalten und müssen separat gelöscht werden.

Nach dem Löschen verschwinden Chats und Backups des Dots laut Sicherheitsleitfaden innerhalb von 30 Tagen. Kopien an anderen Orten bleiben bestehen.

Was es für dich bedeutet

Du nutzt kein Enterprise, Edu oder Healthcare: Dann betrifft dich der Stichtag nicht. Die Pro-Tarife gelten für Dots laut OpenAI nur außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, des Vereinigten Königreichs und der Schweiz. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz fällt Pro also aus. Business Premium läuft in unterstützten Regionen, abhängig von der Berechtigung des Workspaces, und wird schrittweise eingeführt. Welcher Tarif zu deinem Unternehmen passt, klärt der Ratgeber ChatGPT für Unternehmen.

Du arbeitest in einem solchen Workspace, bist aber kein Admin: Frag jetzt nach, ob Dots bei euch freigegeben werden und was du damit tun darfst. Ein Dot nutzt deine bestehenden App-Verbindungen. Darum solltest du wissen, was davon der Agent anfassen soll, bevor du einen anlegst.

Du verwaltest den Workspace: Dann bleiben dir zwölf Tage. Das würde ich in dieser Reihenfolge klären:

  1. Grundsatz entscheiden: alle, Pilotgruppe oder niemand. Ich würde mit einer Pilotgruppe starten. Der Leitfaden rät für ausgewählte Gruppen dazu, den Workspace-Default aus zu lassen und ihnen eine eigene Rolle zuzuweisen.
  2. Teilrechte setzen: Der Leitfaden trennt die Rechte für Slack und Teams, lokalen Computerzugriff und eigene Regeln. Lokaler Zugriff ist eine separate Freigabe. Lass ihn für den Anfang aus.
  3. Plugins begrenzen: Lege in den Plugin-Controls fest, welche Apps und Aktionen erlaubt sind. Freigaben gelten pro Aktion, die App freizuschalten erlaubt noch keinen Versand.
  4. Kosten klären: Tarifmodell wählen und delegierte Arbeit einplanen. Auswerten kannst du das in den Workspace-Analytics und Audit-Logs, die aktivierte Dots, aktive Nutzer und Admin-Aktionen zeigen.
  5. Datenfragen prüfen: Siehe den nächsten Abschnitt.
  6. Regeln aufschreiben: Halte fest, was ein Dot darf, welche Daten tabu sind und wer Freigaben erteilt. Das gehört in eure KI-Richtlinie.

Wo bleiben die Daten bei ChatGPT Dots Enterprise?

Der Sicherheitsleitfaden nennt für dich diese Punkte (Stand: November 2026):

  • Training: Unternehmensdaten werden standardmäßig nicht zum Modelltraining genutzt.
  • Speicherort: Daten-Residency ist unter anderem für Europa (EWR und Schweiz) möglich.
  • Verarbeitung: Inferenz-Residency gibt es für die USA und Europa. Sie deckt nur die Modellinferenz ab, nicht jeden Verarbeitungsschritt und nicht jede Drittanbieter-Integration.
  • Aufbewahrung: Dots bieten kein striktes Zero Data Retention. Für Cloud-Snapshots aktiver Dots gibt es ohne Residency- oder EKM-Konfiguration kein Höchstalter.
  • Compliance: Compliance-Ereignisse werden 30 Tage vorgehalten. Wer sie länger braucht, muss sie exportieren.

Ein Widerspruch in OpenAIs Unterlagen: Die Work-Admin-FAQ sagt, Dots unterstützten keine Daten- oder Inferenz-Residency. Der Sicherheitsleitfaden sagt das Gegenteil. Ist Residency für dich Bedingung, lass dir das für deinen Workspace bestätigen, bevor du Dots aktivierst. Die Einordnung für ChatGPT insgesamt findest du im Ratgeber Ist ChatGPT DSGVO-konform?

Quellen

Häufige Fragen

Was sind ChatGPT Dots?

Dots sind persönliche, immer aktive KI-Agenten in ChatGPT. Ein Dot läuft in der Cloud auf einem eigenen Computer mit Browser, arbeitet auch bei ausgeschaltetem Gerät weiter und fragt nach, wenn eine Entscheidung nötig ist.

Startet am 18. November für jeden Mitarbeiter automatisch ein Dot?

Nein. Mitglieder haben ab dem 18. November 2026 standardmäßig Zugriff, sofern der Workspace nicht widerspricht. Ob jemand einen persönlichen Dot anlegt, entscheidet laut OpenAI jedes Mitglied selbst.

Was kosten ChatGPT Dots im Enterprise-Tarif?

Einen Betrag nennt der Admin-Leitfaden von OpenAI nicht. Berechtigte Enterprise-Workspaces wählen eine Pauschale nach Art der Arbeit oder eine verbrauchsabhängige Abrechnung. Aufgaben, die ein Dot an Work oder Codex abgibt, werden separat berechnet (Stand: November 2026).

Gibt es Dots mit ChatGPT Pro in Deutschland, Österreich oder der Schweiz?

Nein. Die Pro-Tarife gelten für Dots laut OpenAI nur außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, des Vereinigten Königreichs und der Schweiz (Stand: November 2026).

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