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GitHub Copilot Einstellungen: Standardrichtlinie greift

6 Min. Lesezeit Nicolas Goldstrass

// kurz gesagt

Seit dem 22. Oktober 2026 setzt GitHub für Copilot Business und Enterprise schrittweise bis zum 26. Oktober eine globale Standardrichtlinie durch. Nicht konfigurierte Funktionen und die MCP-Server-Richtlinie bekommen einmalig den gewählten Standard. Ohne eigene Entscheidung heißt der Standard laut GitHub: eingeschaltet. Selbst gesetzte Einstellungen bleiben unverändert.

Was passiert ist

GitHub hat am 22. Oktober 2026 im Changelog bestätigt, dass die globale Standardrichtlinie für Copilot-Funktionen jetzt durchgesetzt wird. Sie gilt für die Pläne Copilot Business und Copilot Enterprise. Die Umstellung läuft schrittweise und soll bis zum 26. Oktober 2026 abgeschlossen sein.

Angekündigt war das seit dem 24. September. Damals schrieb GitHub im Changelog, Admins hätten 28 Tage Zeit, die Richtlinie zu konfigurieren, bevor sie den Zugriff der Nutzer verändert. Diese Frist ist jetzt abgelaufen.

Das passiert konkret. Jede allgemein verfügbare Copilot-Funktion, die in den Richtlinien auf „Unconfigured“ steht, bekommt den Wert der Standardrichtlinie. Der Standard kann „Enabled“, „Disabled“ oder „Let organizations decide“ sein. GitHub beschreibt das als einmalige Umstellung: Wer die Standardrichtlinie später ändert, verändert damit nicht die Richtlinien, die bei dieser Migration gesetzt wurden. Einstellungen, die ein Admin selbst gewählt hat, bleiben unberührt. Vorschaufunktionen bleiben weiter Opt-in.

Was ohne eigene Entscheidung gilt. Der Changelog nennt keinen voreingestellten Wert. In der zugehörigen Community-Ankündigung vom 24. September wird GitHub deutlicher: Wenn niemand handelt, werden berechtigte, nicht konfigurierte Funktionen eingeschaltet.

Welche Einstellungen betroffen sind

Laut der Dokumentation zur Standardverfügbarkeit zählen als Funktion:

  • alle Richtlinien auf der Seite „Features & clients“ des Enterprise-Kontos
  • die Richtlinie „Copilot code review“ auf der Seite „Agents“
  • die Richtlinie „MCP servers in Copilot“ auf der Seite „MCP“

Ausgenommen sind die einschränkenden Modell-Richtlinien für Datenresidenz und FedRAMP sowie die Einstellung „Store local sessions in the Cloud“ für Copilot CLI und VS Code. Für Modelle gibt es eine eigene Standardrichtlinie. Dort bleiben Vorabmodelle, Open-Weight-Modelle wie DeepSeek und Kimi K3 sowie Modelle ohne Abdeckung durch GitHubs Datenspeicherungsvereinbarung, derzeit Claude Fable 5 und 5.1, unabhängig vom Standard ausgeschaltet.

Die Richtlinie „MCP servers in Copilot“ legt laut GitHubs MCP-Dokumentation fest, ob MCP-Server in Copilot-Clients überhaupt laufen dürfen. MCP-Server verbinden Copilot mit externen Werkzeugen und Datenquellen, etwa Datenbanken, Ticket-Systemen oder internen APIs. GitHub empfiehlt, die Richtlinie eingeschaltet zu lassen und bei Bedarf über eine Zulassungsliste in der Datei managed-settings.json auf geprüfte Server zu begrenzen.

Eine Einschränkung steht in der Enterprise-Richtliniendoku: Die Richtlinie steuert nicht den Zugriff auf den GitHub MCP Server in Fremd-Anwendungen wie Cursor, Windsurf oder Claude. Wer im Team mit mehreren Coding-Tools arbeitet, regelt das getrennt. Was die Tools unterscheidet, steht im Vergleich Claude Code oder Cursor.

Was es für dich bedeutet

Die Zielgruppe dieser Änderung sind Admins. In kleinen Teams ist das oft die Gründerin oder der Inhaber selbst, der Copilot Business einmal eingerichtet und seitdem nicht mehr angefasst hat. Genau diese Konten trifft die Migration am stärksten, weil dort die meisten Richtlinien noch auf „Unconfigured“ stehen.

1. Standardrichtlinie prüfen. Im Enterprise-Konto liegt sie unter AI Controls, dann Copilot, dann „Default policy for new features“. In einer Organisation findest du die Copilot-Richtlinien laut Organisationsdoku unter Settings, Abschnitt „Code, planning, and automation“, Punkt Copilot, Reiter Policies. Wer die automatische Aktivierung verhindern will, hat laut Doku zwei Wege: die Standardrichtlinie auf „Disabled“ setzen oder einzelne Funktionen explizit deaktivieren.

2. MCP-Server bewusst entscheiden. Wenn du nicht weißt, welche MCP-Server deine Entwickler nutzen, ist jetzt der Zeitpunkt, es herauszufinden. Ein MCP-Server, der an eine externe API angebunden ist, schickt Daten dorthin. Das gehört in deine interne Regelung. Wie so eine Regelung aussieht, zeigt der Ratgeber KI-Richtlinie im Unternehmen.

3. Kosten im Blick behalten. Mehr aktivierte Funktionen heißt nicht automatisch höhere Rechnung, aber mehr Nutzung. Copilot Business kostet laut GitHubs Planübersicht 19 US-Dollar pro Platz und Monat mit 1.900 AI Credits, Copilot Enterprise 39 US-Dollar mit 3.900 Credits (Stand: Oktober 2026). Chat und Agenten verbrauchen Credits, Code-Vervollständigungen nicht. Nutzung über den Pool hinaus kostet 0,01 US-Dollar pro Credit. Laut der Doku zur nutzungsbasierten Abrechnung ist zusätzliche Nutzung für Organisationen und Enterprises standardmäßig erlaubt. Die Richtlinie heißt „AI credits paid usage“ und liegt ebenfalls in den AI Controls. Wer ein Budget setzt, sollte laut GitHubs Hinweisen zum Ausgabenmanagement die Option „Stop usage when budget limit is reached“ aktivieren. Sonst kommt bei Erreichen nur eine Benachrichtigung, und die Kosten laufen weiter.

4. Datenschutz einordnen. Die gute Nachricht für zahlende Teams: GitHub nutzt laut seiner Ankündigung vom 25. März 2026 seit dem 24. April Interaktionsdaten von Copilot Free, Pro und Pro+ zum Training, sofern Nutzer nicht widersprechen. Copilot Business und Enterprise sind von dieser Änderung ausdrücklich nicht betroffen. Das löst aber nicht die Frage, wohin Daten fließen, wenn ein MCP-Server oder ein Fremd-Agent angebunden ist.

Die Standardrichtlinie ist nicht die erste Änderung dieser Art in diesem Herbst. Am 28. August kündigte GitHub an, Copilot Chat auf github.com und den Cloud Agent zusammenzulegen und standardmäßig zu aktivieren. Chat-Daten auf github.com werden seitdem für die Lebensdauer des Kontos gespeichert statt 28 Tage. Zum 28. September wechselte außerdem die Standardstufe von Copilot Code Review von „Lite“ auf „Balanced“. Das Muster ist klar: GitHub schaltet neue Funktionen ein und erwartet, dass Admins widersprechen. Wer Copilot im Team einsetzt, sollte das Changelog daher regelmäßig lesen.

Für die Auswahl des passenden Coding-Assistenten hilft der Vergleich Welche KI ist am besten zum Programmieren?. Die anderen Meldungen dieser Woche stehen im Wochenrückblick KI News KW 43/2026.

Quellen

Häufige Fragen

Was ändert sich bei GitHub Copilot am 22. Oktober 2026?

GitHub setzt für Copilot Business und Enterprise eine globale Standardrichtlinie durch. Nicht konfigurierte Funktionen folgen ab dann dem gewählten Standard. Die Umstellung läuft schrittweise bis zum 26. Oktober und passiert einmalig. Selbst gesetzte Einstellungen bleiben, wie sie sind.

Wo finde ich die Standardrichtlinie in den GitHub Copilot Einstellungen?

Im Enterprise-Konto unter AI Controls, dann Copilot, dann 'Default policy for new features'. Dort wählst du zwischen Enabled, Disabled und 'Let organizations decide'. In einer Organisation liegen die Copilot-Richtlinien unter Settings, Punkt Copilot, Reiter Policies.

Kann ich MCP-Server in Copilot für mein Team deaktivieren?

Ja. Die Richtlinie 'MCP servers in Copilot' legt fest, ob MCP-Server in Copilot-Clients laufen dürfen. GitHub empfiehlt, sie eingeschaltet zu lassen und über eine Zulassungsliste in managed-settings.json zu begrenzen. Den GitHub MCP Server in Fremd-Tools wie Cursor steuert sie nicht.

Nutzt GitHub die Daten von Copilot Business zum Training?

Nein. GitHub nutzt seit dem 24. April 2026 Interaktionsdaten von Copilot Free, Pro und Pro+ zum Training, sofern Nutzer nicht widersprechen. Copilot Business und Enterprise sind laut GitHub nicht betroffen.

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