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OpenAI in Google Cloud: GPT-6-Modelle im Model Garden

6 Min. Lesezeit Nicolas Goldstrass

// kurz gesagt

Seit dem 21. Oktober 2026 bietet Google Cloud drei OpenAI-Modelle im Model Garden an: GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna. Zunächst als Private Preview für ausgewählte Unternehmenskunden, abgerechnet über den Google Cloud Marketplace. Damit laufen GPT, Gemini und Claude bei einem Anbieter auf einer Rechnung. Zero Data Retention ist aber nur angekündigt, noch nicht verfügbar.

Was passiert ist

Am 21. Oktober 2026 hat Google Cloud angekündigt, OpenAI-Modelle in den eigenen Model Garden aufzunehmen. Konkret geht es um drei Modelle: GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna. Sie werden laut Google als Private Preview an ausgewählte Unternehmenskunden ausgerollt, weitere Modelle sollen folgen. Wer Interesse hat, meldet sich über ein Interessenformular.

Der Model Garden ist der Modellkatalog von Google Cloud. Wenn du ihn unter dem Namen Vertex AI Model Garden kennst: Das ist dasselbe Produkt. Seit dem 22. April 2026 gehört Vertex AI zur Gemini Enterprise Agent Platform, und der Katalog heißt laut Release Notes von Google nur noch Model Garden.

Google schreibt, dass Kunden ab sofort über die APIs mit den Modellen bauen und ihre lokalen Codex-CLI- und Desktop-Workflows direkt mit der Gemini-Plattform verbinden können. 9to5Google zitiert OpenAI etwas vorsichtiger: Die GPT-Modelle kommen „in the coming weeks“ in Google Cloud. Beides passt zusammen: jetzt eine Preview für wenige, in den nächsten Wochen ein größerer Kreis.

Welche Modelle kommen und wofür

Google beschreibt die drei Modelle in der Ankündigung so:

ModellEinsatz laut Google
GPT-6 AstraAnspruchsvolle Arbeit in Coding, Computer Use, professionellen Aufgaben und wissenschaftlicher Forschung
GPT-6.1 SolFast Astra-Niveau zu geringeren Kosten, für agentisches Coding, Computer Use und Büroarbeit
GPT-6 LunaSchnell und kosteneffizient für Alltagsarbeit im großen Maßstab

Preise stehen nicht in der Ankündigung. Stand: Oktober 2026 gibt es dazu keine öffentliche Angabe von Google.

Google nennt sich mit diesem Schritt den einzigen Hyperscaler, der Zugang zu allen drei führenden Closed-Source-Modellfamilien bietet, neben mehr als 200 weiteren eigenen, fremden und offenen Modellen. Claude von Anthropic ist dort schon länger verfügbar, aktuell unter anderem in den Versionen Fable 5.1, Opus 5.5 und Sonnet 5.5. Thomas Kurian, CEO von Google Cloud, sagt laut 9to5Google: „We are focused on giving customers a broad selection of models, including those from OpenAI.“

Wie die Abrechnung läuft

Der für Unternehmen spannendste Punkt ist nicht das Modell, sondern die Rechnung. Die OpenAI-Modelle werden direkt über den Google Cloud Marketplace abgewickelt. Laut Google erscheint die gesamte Nutzung auf einer einzigen Google-Cloud-Rechnung, zählt auf bestehende Cloud-Commitments und wird auf Flexible Savings Plans angerechnet, über alle Modellanbieter hinweg.

9to5Google ordnet das ein: Das Angebot richtet sich an Unternehmen mit Ausgabenverpflichtungen bei Google Cloud, die OpenAI-Modelle nutzen wollen, ohne einen zweiten Vertrag abzuschließen. Wer also schon ein jährliches Budget bei Google Cloud zugesagt hat, kann damit künftig GPT, Gemini und Claude bezahlen.

Was Google zum Datenschutz sagt

Google nennt in der Ankündigung drei Sicherheitsversprechen:

  • Datenperimeter: Prompts, Kontext und Ausgaben bleiben laut Google im festgelegten Datenperimeter des Kunden und werden nie zum Training von Basismodellen genutzt. Zero Data Retention (ZDR), also das sofortige Löschen aller Anfragen, ist als Option „coming soon“ angekündigt.
  • Isolierte Infrastruktur: Die OpenAI-Modelle laufen laut Google auf dedizierter Google-Cloud-Infrastruktur. Anfragen gehen über gehärtete, isolierte Gateways, Drittanbieter haben keinen unautorisierten Zugriff auf die Cloud-Umgebung. Confidential Compute ist ebenfalls erst angekündigt.
  • Identität und Audit: Jede Interaktion mit Agent oder Modell läuft unter einer authentifizierten Identität, mit VPC Service Controls und einheitlichem Audit-Logging.

Ich lese das so: Die Grundlage ist solide, aber zwei der wichtigsten Punkte für DSGVO-sensible Firmen fehlen noch: Zero Data Retention und Confidential Compute. Auch zum Speicherort der Daten, etwa einer Region in der EU, steht in der Ankündigung nichts. Wer für sein Unternehmen ohnehin prüft, ob ChatGPT DSGVO-konform nutzbar ist, sollte diese Lücken kennen, bevor er auf den Google-Weg setzt.

Was noch kommt: Gemini for Business und Antigravity

Google kündigt an, dass die OpenAI-Modelle „coming soon“ auch in Gemini for Business und Google Antigravity verfügbar werden. Ein Datum nennt Google nicht.

Antigravity ist laut Googles eigener Seite eine „agentic development platform“, für Entwickler ohne Kosten nutzbar. Dort laufen laut 9to5Google bereits Claude-Modelle: Opus und Sonnet 4.6 für Free-, Plus- und Testkonten bis zum 2. November, Opus und Sonnet 5.5 für bezahlte Pro-Tarife und höher. GPT-Modelle sollen laut 9to5Google außerdem in Gemini Agent kommen.

Für kleine Firmen ist Gemini for Business der interessantere Teil der Meldung. Was Google dort zuletzt an Werkzeugen für kleine Unternehmen gestartet hat, habe ich in Gemini für Kleinunternehmen zusammengefasst. Kommt GPT-6 dort an, kann ein Team im Google-Ökosystem bleiben und trotzdem ein OpenAI-Modell nutzen.

Was es für dich bedeutet

Du bist Selbstständige oder Selbstständiger ohne Google Cloud: Für dich ändert sich heute nichts. Die Private Preview richtet sich an ausgewählte Unternehmenskunden. Dein Weg zu GPT bleibt das ChatGPT-Abo oder die OpenAI-API. Ob das für dich das richtige Modell ist, klärt der Vergleich Claude oder ChatGPT.

Du arbeitest in einem kleinen Team mit Google Workspace oder Google Cloud: Beobachte, wann GPT-6 in Gemini for Business auftaucht. Dann bekommst du Modellwahl ohne zweiten Anbieter, zweiten Vertrag und zweite Datenschutzprüfung. Bis dahin ist das eine Ankündigung, kein Produkt.

Du baust Agenten oder Apps: Eine Plattform mit drei Modellfamilien senkt die Abhängigkeit vom einzelnen Modellanbieter. Du kannst GPT-6 Astra für schwere Aufgaben und GPT-6 Luna oder ein Gemini-Modell für Alltagsjobs einsetzen und dabei denselben Zugang, dieselbe Identität und dasselbe Audit-Log behalten. Dafür steigt die Abhängigkeit von Google als Plattform. Wie du einen Agenten so planst, dass das Modell austauschbar bleibt, zeige ich in KI-Agenten erstellen: Der eigene Agent in 7 Schritten.

Du bist für Datenschutz verantwortlich: Prüfe das Kleingedruckte erst, wenn Zero Data Retention und Confidential Compute wirklich verfügbar sind. Beides ist Stand Oktober 2026 nur angekündigt. Eine Zusage „nicht fürs Training genutzt“ ersetzt kein Löschkonzept.

Quellen

Häufige Fragen

Welche OpenAI-Modelle gibt es in Google Cloud?

Google Cloud hat am 21. Oktober 2026 GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna für den Model Garden angekündigt. Weitere Modelle sollen folgen. Die drei laufen zunächst als Private Preview für ausgewählte Unternehmenskunden.

Kann ich als Selbstständiger GPT-6 über Google Cloud nutzen?

Im Moment nicht. Die Private Preview richtet sich an ausgewählte Unternehmenskunden, die sich per Formular bewerben. Für Einzelpersonen und kleine Teams bleibt das ChatGPT-Abo oder die OpenAI-API der direkte Weg. Später sollen die Modelle auch in Gemini for Business und Google Antigravity kommen.

Was kosten die OpenAI-Modelle in Google Cloud?

Google nennt in der Ankündigung keine Preise. Klar ist nur die Abrechnung: Die Nutzung läuft über den Google Cloud Marketplace, erscheint auf der normalen Google-Cloud-Rechnung und zählt auf bestehende Ausgabenverpflichtungen und Flexible Savings Plans.

Ist Vertex AI Model Garden dasselbe wie Model Garden?

Ja. Seit dem 22. April 2026 gehört Vertex AI zur Gemini Enterprise Agent Platform. Der Modellkatalog heißt seitdem nur noch Model Garden statt Vertex AI Model Garden.

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