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App im App Store veröffentlichen: Kosten und Ablauf

Aktualisiert: 5 Min. Lesezeit Nicolas Goldstrass

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Du brauchst ein Entwicklerkonto: Apple kostet 99 $ pro Jahr, Google Play einmalig 25 $ (Stand: Oktober 2026). Dann lädst du die App mit Beschreibung, Screenshots und Datenschutzerklärung hoch und reichst sie ein. Apple prüft laut eigenen Angaben 90 % in unter 48 Stunden. Neue private Google-Konten müssen vorher 14 Tage mit 12 Testern testen.

Eine App im App Store oder bei Google Play zu veröffentlichen ist kein Hexenwerk, aber ein Prozess mit Gebühren, Pflichtangaben und einer Prüfung. Gerade wer seine App mit KI gebaut hat, unterschätzt diesen Teil oft. Hier erfährst du, was beide Stores verlangen, wie der Ablauf Schritt für Schritt aussieht und woran Einreichungen am häufigsten scheitern.

Brauchst du überhaupt einen App Store?

Bevor du Gebühren zahlst, prüf die Alternative: eine Web-App oder PWA (Progressive Web App). Sie läuft im Browser, lässt sich auf den Startbildschirm legen und braucht weder Entwicklerkonto noch Prüfung. Für interne Werkzeuge, Kundenportale oder einen ersten Test ist das oft die bessere Wahl.

Der Store lohnt sich, wenn du gefunden werden willst, wenn deine App tief auf Kamera oder Sensoren zugreift oder wenn deine Kunden eine „echte“ App erwarten. Wie du die App selbst baust, steht im Ratgeber App mit KI erstellen.

Apple App Store und Google Play im Vergleich

Apple App StoreGoogle Play
Gebühr (Stand: Oktober 2026)99 $ pro Jahr, Abrechnung in Landeswährung25 $ einmalig
Konto für Privatpersonenja, mit vollem bürgerlichem Namenja, mit Ausweis-Prüfung
Konto für Firmenjuristische Person, D-U-N-S-Nummer, Website, E-Mail mit FirmendomainOrganisationskonto, meist mit D-U-N-S-Nummer
Pflichttest vor dem Startnein (TestFlight freiwillig)für neue private Konten: 12 Tester, 14 Tage
Prüfdauer laut Anbieter50 % in unter 24 Stunden, 90 % in unter 48 Stundenbis zu 7 Tage, in Ausnahmefällen länger

Gemeinnützige Organisationen, Bildungseinrichtungen und Behörden können bei Apple eine Befreiung von der Jahresgebühr beantragen. Die genauen Voraussetzungen nennt Apple auf der Seite zur Anmeldung im Developer Program.

Was du vor dem Einreichen bereitlegen solltest

Unvollständige Angaben gehören laut Apple zu den häufigsten Gründen, warum eine Prüfung hängen bleibt. Leg dir diese Liste vorher zurecht:

  • App-Name, Untertitel und eine Beschreibung, die in den ersten Sätzen den Nutzen nennt
  • App-Symbol und Screenshots in den Größen, die der jeweilige Store verlangt
  • Link zu einer Datenschutzerklärung und eine Support-Adresse, unter der Nutzer dich erreichen
  • eine Übersicht, welche Daten deine App erhebt und an welche Dienste sie gehen, etwa Analyse-Tools oder KI-Anbieter
  • einen Demo-Zugang, falls die App einen Login hat
  • deine Kontaktdaten als Anbieter, die in der EU sichtbar im Store stehen können

Mit dieser Liste geht der Store-Eintrag deutlich schneller, und du musst nicht mittendrin abbrechen, weil ein Text oder Link fehlt.

So veröffentlichst du deine App im Apple App Store

Dem Apple Developer Program beitreten

Du brauchst einen Apple-Account mit Zwei-Faktor-Authentifizierung. Als Privatperson trägst du deinen echten Vor- und Nachnamen ein, denn er erscheint im Store als Anbieter. Spitznamen oder Firmennamen im Namensfeld verzögern die Freischaltung. Als Firma brauchst du eine D-U-N-S-Nummer, eine funktionierende Website und die Befugnis, deine Firma vertraglich zu binden.

Die App bauen und signieren

Klassisch baust du iPhone-Apps mit Xcode auf einem Mac. Hast du keinen Mac, übernimmt ein Cloud-Dienst wie Expo EAS das Bauen und Einreichen. Das passt gut zu Apps, die mit React Native und Expo entstanden sind, wie sie zum Beispiel Claude Code oder Bolt.new erzeugen können.

Mit TestFlight testen

Über TestFlight verteilst du Testversionen an ausgewählte Personen. Nutze das. Ein Absturz beim Tester kostet dich nichts, ein Absturz bei Apples Prüfern eine Ablehnung und einige Tage.

Den Store-Eintrag in App Store Connect anlegen

Hier trägst du Name, Beschreibung, Screenshots, Altersfreigabe und Kategorie ein. Dazu kommen der Link zu deiner Datenschutzerklärung und Angaben dazu, welche Daten deine App erhebt. Für den Vertrieb in der EU musst du außerdem deinen Händlerstatus nach dem Digital Services Act angeben. Bist du Händler, zeigt Apple deine Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse öffentlich im Store an.

Zur Prüfung einreichen

Hat deine App einen Login, gib den Prüfern einen funktionierenden Demo-Zugang mit. Nach der Freigabe entscheidest du, ob die App sofort oder zu einem festen Termin erscheint.

So kommt deine App in den Google Play Store

Ein Konto in der Play Console anlegen

Die Registrierung kostet einmalig 25 $. Wähle zwischen privatem Konto und Organisationskonto. Google prüft deine Identität, unter Umständen mit Ausweis. Bei neuen privaten Konten bestätigst du außerdem über die Play-Console-App, dass du Zugriff auf ein Android-Gerät hast.

Den geschlossenen Test durchführen

Für private Konten, die nach dem 13. November 2023 erstellt wurden, gilt: Bevor du die App für alle veröffentlichen darfst, braucht es einen geschlossenen Test mit mindestens 12 Testern über 14 aufeinanderfolgende Tage. Steigt jemand aus und wieder ein, beginnen seine 14 Tage neu. Organisationskonten sind davon nicht betroffen. Die Details stehen in der Play-Console-Hilfe zu den Testanforderungen.

Store-Eintrag und Datensicherheit ausfüllen

Beschreibung, Grafiken, Altersfreigabe und das Formular zur Datensicherheit. Darin gibst du an, welche Daten deine App erhebt und weitergibt, auch durch eingebaute Fremddienste. Eine Datenschutzerklärung ist auch bei Google Pflicht.

Produktionszugriff beantragen und veröffentlichen

Nach dem Test beantragst du den Zugang zur Produktion. Danach reichst du die App ein. Bei bestimmten Konten nimmt sich Google laut eigener Aussage bis zu sieben Tage Zeit, in Ausnahmefällen länger.

Warum Apps abgelehnt werden

Apple veröffentlicht seine App Review Guidelines vollständig. Die wichtigsten Stolpersteine für KI-gebaute Apps:

  • Unfertige App (Richtlinie 2.1): Abstürze, Platzhaltertexte, tote Links. Laut Apple betreffen über 40 % der ungelösten Probleme genau diese Richtlinie.
  • Fehlender Demo-Zugang: Ohne Login-Daten können die Prüfer die App nicht testen.
  • Nur eine verpackte Website (4.2): Eine App soll laut Apple mehr bieten als eine neu verpackte Website. Wer seine Web-App nur in eine App-Hülle steckt, riskiert die Ablehnung.
  • Eingereicht vom falschen Konto (4.2.6): Apps aus Vorlagen oder App-Generatoren lehnt Apple ab, wenn sie nicht vom Anbieter der Inhalte selbst eingereicht werden. Reiche deine App also über dein eigenes Konto ein.
  • Datenschutz (5.1): Die Datenschutzerklärung muss im Store-Eintrag und in der App verlinkt sein. Gibt deine App personenbezogene Daten an einen KI-Dienst weiter, musst du das offenlegen und vorher ausdrücklich um Erlaubnis fragen.

Was nach der Veröffentlichung auf dich zukommt

Die Apple-Gebühr läuft jährlich weiter. Verkaufst du die App oder Abos darin, behalten Apple und Google eine Provision ein, für kleine Anbieter gelten reduzierte Sätze. Jedes Update durchläuft erneut eine Prüfung, und beide Stores erhöhen regelmäßig ihre technischen Mindestanforderungen. Rechne also mit Pflegeaufwand, auch wenn du keine neuen Funktionen planst. Wie viel Zeit das insgesamt kostet, ordnet der Ratgeber Wie lange dauert App-Entwicklung? ein. Wenn dir das zu viel ist, bleib bei der Web-App: Wie weit du damit ohne Kosten kommst, zeigt der Ratgeber App selber erstellen kostenlos.

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Häufige Fragen

Brauche ich einen Mac, um eine iPhone-App zu veröffentlichen?

Nicht zwingend. Klassisch baust du iPhone-Apps mit Xcode auf einem Mac. Mit Cloud-Diensten wie Expo EAS lässt sich die App auch ohne Mac bauen und bei Apple einreichen, der Gratis-Tarif enthält 15 iOS-Builds.

Darf ich eine mit KI gebaute App im App Store veröffentlichen?

Ja, Apple und Google verbieten KI-generierten Code nicht. Die App muss aber dieselben Regeln erfüllen wie jede andere und über dein eigenes Entwicklerkonto eingereicht werden.

Brauche ich eine Firma, um eine App zu veröffentlichen?

Nein, beide Stores erlauben Konten für Privatpersonen. Bei Apple erscheint dann dein voller Name als Anbieter. Mit einem Organisationskonto steht der Firmenname im Store, dafür brauchst du meist eine D-U-N-S-Nummer.

Wie lange dauert die Prüfung bei Google Play?

Bei bestimmten Konten nimmt sich Google laut eigener Aussage mehr Zeit: bis zu sieben Tage, in Ausnahmefällen länger. Plane außerdem den Pflichttest von 14 Tagen für neue private Konten ein.

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