GitHub Copilot Fusion: Copilot wählt das Modell selbst
// kurz gesagt
GitHub hat Copilot Fusion zur GitHub Universe allgemein freigegeben. Statt eines bestimmten Modells wählst du Fusion, und Copilot entscheidet pro Anfrage, welches Modell arbeitet und ob ein zweites den Entwurf prüft. Eine eigene Gebühr gibt es nicht, du zahlst die genutzten Modelle, mit befristetem Rabatt für bezahlte Pläne. Die Stufe Standard gibt es in allen Plänen, High und Max erst ab Pro+.
Wer GitHub Copilot nutzt, kennt die Frage vor jeder Aufgabe: Welches Modell nehme ich? Das schnelle, das günstige oder das starke? Mit Copilot Fusion nimmt dir Copilot diese Entscheidung ab. Ich fasse zusammen, was GitHub angekündigt hat, was es kostet und für wen es sich lohnt. Alle Angaben: Stand Oktober 2026.
Was passiert ist
GitHub hat am 28. Oktober 2026 Copilot Fusion allgemein freigegeben, angekündigt auf der GitHub Universe. Statt ein Modell pro Aufgabe auszuwählen, wählst du in der Modellauswahl Fusion. Copilot leitet dann jede Anfrage an passende Modelle weiter und stimmt sie aufeinander ab.
Technisch führt GitHub laut Changelog zwei Dinge zusammen: das Zusammenspiel mehrerer Modelle aus der Testphase „Project HydraFusion“ und die bisherige automatische Modellauswahl von Copilot. Wer an der Testphase teilgenommen und dort auto, HydraFusion oder HydraFusion Max ausgewählt hatte, wird automatisch auf die passende Fusion-Stufe umgestellt.
Fusion läuft laut GitHub in Visual Studio Code, in der GitHub Copilot App, in der Copilot CLI und in den JetBrains-IDEs. Weitere Programme sind angekündigt.
Wie Fusion eine Aufgabe verteilt
Die Dokumentation beschreibt drei Abläufe. Welcher greift, entscheidet Copilot bei jeder Anfrage neu. In einer Sitzung können also verschiedene Abläufe vorkommen.
| Ablauf | Was passiert |
|---|---|
| Single | Ein Modell erledigt die Aufgabe allein. |
| Cascade | Ein sparsames Modell schreibt einen Entwurf. Eine Prüfung entscheidet, ob er reicht oder ob ein stärkeres Modell übernimmt. |
| Critique | Ein Modell schreibt einen Entwurf, andere Modelle kritisieren ihn, das erste Modell überarbeitet ihn danach. |
Zusätzliche Modellaufrufe gibt es laut Dokumentation nur, wenn die Aufgabe sie rechtfertigt. Cascade und Critique dauern dafür länger als Single.
Welche Stufe steckt in welchem Plan?
Neben dem Ablauf wählst du die Stufe, also wie viel Aufwand Copilot treiben darf. Hier liegt der wichtigste Haken: Fusion gibt es zwar in allen Copilot-Plänen, aber nicht jede Stufe. Laut GitHub-Dokumentation sieht das so aus:
| Stufe | Wofür | Enthalten in |
|---|---|---|
| Standard | Alltag, Balance aus Kosten, Qualität und Tempo, ein Modell pro Aufgabe | Free, Student, Pro, Pro+, Max, Business, Enterprise |
| High | Größere, klar umrissene Aufgaben, etwa knifflige Fehler oder Änderungen über mehrere Dateien | Pro+, Max, Business, Enterprise |
| Max | Aufgaben, die die gründlichste Analyse brauchen | Pro+, Max, Business, Enterprise |
Eine vierte Stufe, Fusion Fast, kannst du nicht selbst wählen. Sie läuft laut Dokumentation nur im Inline-Chat von Visual Studio Code.
Welche Modelle Fusion konkret nutzt, nennt GitHub nicht, und die Auswahl soll sich mit der Zeit ändern. Ausnahme sind zwei lokale Modelle in der Public Preview, MAI Code 1.1 Flash und Qwen3.8 Flash Next. Beide nutzt Fusion nur auf der Stufe Standard, und du musst dafür experimentelle Funktionen in der Copilot App oder der CLI einschalten (Dokumentation).
Was kostet Copilot Fusion?
Eine eigene Gebühr für Fusion gibt es nicht. Du zahlst jedes Modell, das Fusion für dich nutzt, zum normalen Tarif (Dokumentation). Auf den Stufen High und Max können das mehrere Modelle pro Aufgabe sein, dann verbrauchst du mehr AI-Credits als mit Standard.
Bis zum 30. November 2026 bekommen Nutzer bezahlter Pläne laut GitHub-Dokumentation 30 Prozent Rabatt auf die Modellkosten, wenn sie Fusion verwenden. Der Changelog spricht nur von einem befristeten Angebot, das Enddatum steht in der Dokumentation.
Damit es nicht unnötig teurer wird, bleibt das Hauptgespräch laut Dokumentation möglichst beim selben Modell, damit zwischengespeicherte Tokens weiter genutzt werden. Prüf-Modelle bekommen nur den Kontext, den sie brauchen.
Die Sache mit den halben Kosten: GitHub wirbt damit, dass Fusion Max im Coding Agent Index von Artificial Analysis 60 Punkte erreicht hat, zwei Punkte unter Claude Code mit Opus 5.5 Max. Dafür seien ungefähr die halben API-Kosten, rund halb so viele Tokens und etwa 40 Prozent weniger Zeit pro Aufgabe nötig gewesen (Changelog, Universe-Beitrag). Das ist eine Messung von GitHub in einem Benchmark, im Vergleich mit einem bestimmten Konkurrenten. Ob deine Aufgaben am Monatsende halb so viel kosten, sagt diese Zahl nicht.
Was es für dich bedeutet
Wenn du allein oder im kleinen Team mit Copilot arbeitest: Du sparst dir die Modellwahl von Hand. Das ist mehr wert, als es klingt. Viele Leute bleiben aus Bequemlichkeit beim teuersten Modell hängen, auch für Kleinkram wie eine Umbenennung oder einen Kommentar. Fusion Standard nimmt für so etwas ein passendes Modell, und du musst nicht ständig umschalten. Gerade erst hat GitHub sechs Modelle aus Copilot entfernt. Wer Fusion nutzt, muss solche Wechsel nicht mehr selbst nachziehen.
Wenn du den Free-, Student- oder Pro-Plan hast: Du bekommst nur Fusion Standard. Die Stufen, die mehrere Modelle prüfen lassen, setzen Pro+ oder einen Team-Plan voraus. Den Rabatt gibt es nur in bezahlten Plänen.
Wenn du die Kosten im Blick behalten willst: Starte mit Standard und nimm High oder Max nur für die harten Fälle, etwa einen Fehler, den du seit Stunden suchst. Schau nach ein, zwei Wochen in deine Abrechnung. Den Rabatt bis Ende November kannst du als günstige Testphase nutzen.
Wenn du ein Team verwaltest: Fusion nutzt nur Modelle, die in euren Modell-Richtlinien freigegeben sind. Admins in Enterprise-Konten können einzelne Modelle nur für Fusion sperren, ohne sie allen wegzunehmen, und Fusion in einer beliebigen Stufe als Standard für alle festlegen (Changelog). Wie die Standardrichtlinien in Copilot zusammenspielen, habe ich in GitHub Copilot Einstellungen: Standardrichtlinie greift beschrieben.
Wo du aufpassen musst: Die Dokumentation nennt zwei Grenzen. Fusion startet keine Subagents. Und wenn Fusion einen Entwurf verwirft, werden Dateiänderungen daraus nicht automatisch zurückgenommen. Prüf also jede Änderung, bevor du sie committest. Das gilt bei KI-Code immer, hier aber besonders, weil du nicht siehst, welches Modell was geschrieben hat.
Ich halte Fusion für einen sinnvollen Schritt, vor allem für Leute, die keine Lust haben, Modell-Ranglisten zu verfolgen. Wer wissen will, wie Copilot im Vergleich zu anderen Werkzeugen abschneidet, findet den Überblick in Welche KI ist am besten zum Programmieren?.
Quellen
- GitHub Changelog: Route and orchestrate models with GitHub Copilot Fusion (28.10.2026)
- GitHub Docs: GitHub Copilot Fusion
- GitHub Blog: GitHub Universe 2026: Evolving every layer of the stack
Häufige Fragen
Was ist GitHub Copilot Fusion?
Copilot Fusion ist ein Eintrag in der Modellauswahl von GitHub Copilot. Wählst du ihn, entscheidet Copilot bei jeder Anfrage selbst, welches Modell die Aufgabe bearbeitet und ob weitere Modelle einen Entwurf prüfen oder übernehmen.
Kostet Copilot Fusion extra?
Nein, eine eigene Gebühr für Fusion gibt es laut GitHub nicht. Abgerechnet werden die Modelle, die Fusion tatsächlich nutzt, zu ihrem normalen Tarif. Auf den höheren Stufen können das mehrere Modelle pro Aufgabe sein.
Kann ich Copilot Fusion im kostenlosen Plan nutzen?
Ja, aber nur die Stufe Fusion Standard. Die Stufen High und Max sind laut GitHub-Dokumentation erst ab Pro+ enthalten.
In welchen Programmen funktioniert Copilot Fusion?
Laut GitHub in Visual Studio Code, in der GitHub Copilot App, in der Copilot CLI und in den JetBrains-IDEs. Weitere Programme sollen folgen.
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